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Alltag

Ja ja, toll

Das Einzige, was wirklich klar ist, ist, dass er nichts von mir will und womit ich das nun verdient habe, weiß ich nicht, schließlich war er es, der mit dem ganzen Scheiß angefangen hat. Wie dem auch sei. Ich war bei seiner Prüfung mit V., seinem vielleicht besten Freund hier, der mich auch nicht leiden kann und auch bei ihm weiß ich nicht, was ich ihm eigentlich getan habe, sonst hat niemand zugehört, was im Grunde schade ist, weil er unfassbar gespielt hat. Danach wollte ich ihm gratulieren, aber wie immer schaut er mich nur komisch an, ich habe das Gefühl, es ist ihm unangenehm, gehe also, weil ich auch keine Lust habe, Schlange zu stehen, um zu gratulieren, wenn es ihm ganz offensichtlich unangenehm ist. Später haben wir uns dann kurz zufällig getroffen, ein bisschen völlig belangloses Zeug gelabert, bzw. hauptsächlich er, aber auch nicht viel, dann sagte er noch, später könne man sich noch auf einen Kaffee treffen, aber auch da hatte ich bereits das Gefühl, dass er das mehr aus Pflichtbewusstsein heraus sagt, weil ich bei seiner Prüfung war, als aus dem Grund, dass er sich wirklich für meine Ferien interessiert hätte. Wie dem auch sei. Ich hab ihm dann, kurz bevor ich vor hatte, nach Hause zu gehen, geschrieben, er meinte "Désolé," er hätte jemandem versprochen, bei dessen Prüfung zuzuhören. Ich, so blöd wie ich bin, gehe zu dieser Prüfung, und wer ist nicht da: Er natürlich. Dabei war das mit dem Kaffeetrinken auch sein Vorschlag, ich verstehe nicht, warum er so mit mir spielen muss, andererseits hoffe ich immer, dass es vielleicht doch noch richtig funkt, andererseits bin ich jetzt auch zu müde zum Hoffen und sowieso zu enttäuscht. In Madrid wurde er nicht angenommen, also hab ich keine Ahnung, was er jetzt nach diesem Jahr macht, aber ganz offensichtlich hat es mich nicht einmal zu interessieren, was er heute noch so macht.

Ich male mir gleich alles mögliche aus: Er hat seine Ex in Spanien getroffen (von der ich nicht ein mal weiß, ob es sie gibt), er hat sich in eine andere verliebt, oder, er ist in der Zeit endgültig zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nicht gut genug für ihn bin.

Ich bin auch langsam einfach emotional tot. Heute habe ich mich einfach nur gehasst. Weil ich vom Nichtschlafen so fertig aussah, weil ich so unausgeglichen war, weil ich wieder gespürt habe, dass V. mich nicht mag, weil M. sich nur scheinbar gefreut hat, mich zu sehen (sozusagen aus Höflichkeit), weil der Unterricht scheiße war, weil ich dann bei einer Prüfung zugehört habe, bei der ich überhaupt nicht zuhören wollte (was eigentlich dann nicht so schlimm war) und dort P. getroffen habe und sie auch eher distanziert war, und ich frage mich, was ich eigentlich gerade falsch mache, warum sich niemand irgenwie wirklich herzlich freut, mich zu sehen. Vielleicht liegt es aber auch an mir, dass ich jetzt alles so wahrnehme, ich weiß es nicht, vielleicht geht es vorrüber, vielleicht wird es besser, vielleicht liegt es an meiner eigenen emotionalen Stille. Aber wie soll ich das ändern? Wie soll ich die Ruhe in mir zum Klingen bringen? Wie soll ich mich bewegen?

Wenn die Menschen tatsächlich im Allgemeinen ein Spiegel sind, muss ich mir ernsthaft Gedanken machen. Ich bin mir aber sicher, dass sie nicht mich reflektieren, sondern nur etwas, das ich vorhalte, weil das, was tiefer in mir ist, zu tief ist und zu verwundet. Aber vielleicht macht es nichts, wenn ich das für mich bewahre, und die anderen nur diese leblose Hülle von mir zu sehen bekommen. Vielleicht ist es ok so. Ich verliere mich dadurch ja nicht, ich lebe mich nur nicht aus, und vielleicht muss das auch nicht sein, denn: wer braucht mich schon.

Es ist nur, dass ich manchmal nahezu körperlich spüre, dass etwas in mir sich befreien will, dass es mich von innen anschreit, dass es tobt und raus will, dieses Kind in mir, das ich gefangen halte, dieses arme, unschuldige Kind, das in mir drin erstickt.
27.4.10 19:07


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