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ich sehe, dass alles eher suboptimal läuft. ich reibe mich an der realität auf, an den menschen. sie heißt mich, sie heißen mich nicht willkommen oder ich heiße sie nicht willkommen. es ist alles vorbeischrammen, alles: fast offene wunde. ich kann nicht schlafen, irgendwelche erinnerungen kommen hoch oder suche ich nach ihnen? ich weiß nicht. vielleicht werde ich ja verrückt. ich meine: das kann doch nicht sein. und ich meine: mein leben könnte ja auch in ordnung sein, wenn ich es einfach mal akzeptieren könnte, aber da ist irgendetwas in mir, irgendetwas, das raus will, von dem ich nichts weiß. und ich hatte diese bilder im kopf, plötzlich. es war da dieser keller, wir gingen runter. ich fragte: was machen wir hier, er sagte: kannst du dich noch daran erinnern, was die im film gemacht haben? und dann: gell, du sagst keinem was davon. wehe, du sagst einem was davon! mehr ist da nicht und ich glaube, dass ich mir das vielleicht alles einbilde. und diese erinnerung ist echt, da bin ich mir sicher: wir saßen mit ihm, meinem bruder und ich vor dem fernseher, er sagte: ihr wisst wirklich nicht, was die da tun, oder? ich schaute ihn überrascht und beschämt an, er lachte und sagte: die bumsen. dann habe ich aber eine seite im internet zum thema missbrauch und verdrängung gefunden und darüber gelesen, dass man sich oft nicht sicher ist, ob die erinnerungen echt sind oder nicht. vielleicht bilde ich mir das nur ein. ja. wahrscheinlich. ich kann mich nur noch daran erinnern, als, dass ich dachte, das erste mal mit einem jungen zu schlafen, es nicht das erste mal war. er fragte mich, mit wem ich zuvor geschlafen hätte und weil ich so tun wollte, als hätte ich schon viel erfahrung, sagte ich: tja. dabei wusste ich es nicht und war überrascht, weil ich davon ausgegangen war, es sei das erste mal. im weiteren machte ich mir einfach keine gedanken mehr darüber.

ich meine: das ganze versetzt mich irgendwie nicht in panik, ruft keine körperliche erinnerung oder reaktion hervor. als ich im september j kennenlernte und mit ihm schlafen wollte, jedoch, hatte ich auf ein mal panik. ich stieß ihn von mir weg. er ging und sagte, das sei nicht normal. mit c hatte ich exzessiven sex, ich hatte es vielleicht sogar darauf ankommen lassen, dass er mir weh tut, schließlich stieß ich ihn auch weg und sagte, er sei ein perverses schwein und seitdem finde ich sex einfach eklig. mit j hatte ich zwar lust darauf, aber als es dann so weit war, hatte ich panik. und ich weiß nicht, warum. ich hasse mich dafür, dass ich so komisch bin. wenn ich jemanden als menschen wirklich interessant fand und nicht von vorneherein nur dazu benutzen wollte, mit ihm zu schlafen, bildete ich mir ein, dass sex etwas schädliches, unreines sei, das die beziehung zerstören würde.

wenn ich mich richtig entsinne, war ich damals als kind beeindruckt von dieser szene im film und gleichzeitig beschämt, weil ich beeindruckt war. ich konnte das aber nicht einordnen, dem ganzen keinen wert, kein "gut" oder "schlecht" , "richtig" oder "falsch" geben. ich glaube sogar, als er dann sagte: lass uns das machen, was die im film gemacht haben, sagte ich: ok. aber die haben das so gemacht, die haben das anders gemacht. kann das sein? kann man selbst als kind so naiv sein? oder bilde ich mir das alles doch nur ein? ich kann mich an den keller erinnern, aber ich weiß nicht, was wir da unten machten. war mein bruder auch dabei, ich meine: wenn mein bruder auch dabei war, haben wir einfach nur gespielt. wenn mein bruder aber nicht dabei war, sondern nur er... danach sind wir hoch gegangen. ein mal waren wir in seinem zimmer vielleicht. keine ahnung. ich habe keine erinnerung. ich denke, ich reime mir alles nur zusammen. ich glaube, er sagte: sag den erwachsenen aber nichts davon. und ich lächelte, weil ich nicht wollte, dass er mich für dumm hielte (natürlich sagt man den erwachsenen nichts davon). dann lachte er so und schaute mich irgendwie herablassend an. ich denke, ich ging mit ihm in den keller, weil er sagte, er wolle mir etwas zeigen. ich suchte lange. und ich fühlte mich geehrt oder geschmeichelt oder so, weil er offensichtlich nur mir etwas zeigen wollte und nicht meinem bruder, weil ich bevorzugt war, weil das offenbar ein zeichen dafür war, dass er mich mehr gern hat.

dennoch: beim schreiben all dessen, fehlt all das, was mir die erinnerung als echt bestätigen könnte. sie ist nicht wie andere erinnerungen, zB kann ich mich daran erinnern, mit t auf den nussbaum geklettert zu sein, etc pp: da sind bilder und die gewissheit, dass es tatsächlich war. bei dieser erinnerung bin ich mir nicht sicher. es ist sowieso, als betrachtete ich von außen einen film. ich weiß, dass, wenn die erinnerung hoch kommen sollte, wirklich ganz, werde nicht ich es sein, die die emotionen nachfühlen wird, denn da sind keine, da ist das kleine kind, das nicht ich bin. ich werde emotionslos betrachten, dass da ein kleines kind, das sagt: ok. aber die haben das anders gemacht. und er sagt zuvor: also, zieh die hose runter. und ich frage vielleicht: aber ist das denn richtig? und er lacht und sagt: ja klar. und gibt mir das gefühl jung und unerfahren zu sein. und ich will ja nicht so erscheinen. ich denke, es ist etwas, über das jeder bescheid wissen müsste.

wie kommt es aber, wenn das alles wahr sein sollte, dass ich niemandem etwas davon erzählt habe, auch freundinnen nicht? dass ich den erwachsenen nichts erzählte, war ja klar, aber den gleichaltrigen? ein kind plaudert doch alles aus, zumal wenn es denkt, es sei nichts schlimmes, sondern ganz normal. es kann also nicht wahr sein.

ich glaube, dass ein mal sein vater in den keller kam und uns sozusagen erwischte. er sagte: was macht ihr da? der junge war über die situation belustigt, der vater regte sich furchtbar auf, ohne es jedoch nach außen zu zeigen, ich war beschämt, denn auf ein mal hatte ich das gefühl, es sei etwas verbotenes. er sagte: hoch, sofort! später bildete ich mir ein, wir hätten im keller karten gesucht. vielleicht haben wir karten gesucht. ich denke, ich fragte: was machen wir hier? er sagte: ich will dir nur etwas zeigen. ich fragte: und mein buder?, er: nein, nur dir. ich fragte: "was machen wir hier." er sagte: "kannst du dich noch daran erinnern, was die im film gemacht haben?" ich fühlte mich verlegen. der vater sagte weiter nichts davon, aber ich spürte eine neue distanz. irgendwann schlief der kontakt zu dieser familie ein.

aber man muss das einem kind doch irgendwie anmerken. vielleicht sagte er mir aber auch, dass ich es für mich behalten müsse, da es ein geheimnis zwischen uns sei. vielleicht sagte ich manchmal: ich habe ein geheimnis. hast du auch eins? dann ging das hin und her und ich sagte: "nein, ich kann es doch nicht erzählen." denn ein geheimis ist schließlich ein geheimnis, weil man es geheim hält. sonst wäre es ja kein geheimnis mehr. vielleicht hat er mir das auch gesagt.ich weiß es nicht.
30.4.10 08:25
 


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