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Einleitung

Dies wird das letzte Mal sein, dass ich versuche, bei myblog Fuß zu fassen. Ich habe angefangen als Herbsblatt im Wind, wurde zur einsamen Kriegerin, nannte mich schließlich Poetica und senza fiore, unverziert. Ich bereue es, dass ich meine Weblogs gelöscht habe (alle), da sie ein Teil von mir waren, insbesondere aber Poetica ein überaus großer, wichtiger sogar, da im Schreiben mein stilles Ich Klang bekommt, das sonst im Leben bisweilen untergeht. Das Leben ist bunt und grell und schrill und verwirrend. Manchmal macht es mich müde, manchmal möchte ich aufgeben und dann wieder liebe ich das Leben so sehr, dass es mir vor Glück Tränen ins Herz jagt. Ich schreibe. Ich habe schon immer geschrieben. Ich weiß nicht, an wen ich geschrieben habe oder wonach ich mich mit dem Schreiben gerichtet habe, ob ich Ideale hatte, Ideen oder sonst was. Ich denke, ich habe einfach nur geschrieben und das Schreiben hat mir dabei geholfen, mich zu finden, oder: Mich nicht zu verlieren und schlussendlich habe ich mich auch zu Teilen über das Schreiben definiert. Manchmal fühle ich mich gespalten. Da ist der Teil, der lebt, der all die Menschen kennen lernt, der unter ihnen ist wie einer von ihnen und dann ist da der andere Teil, dieser, der mit der Zeit so groß und stark geworden ist: Der, der alles betrachtet, der alles reflektiert, der stets neben dem Geschehen steht und ja: auch neben mir. Dieser Teil wird stets distanziert sein, selbst den engsten Freunden gegenüber und das ist meine Einsamkeit. Dieser Teil wird sich den Fremden anvertrauen, den gesichtslosen Namen, den Buchstaben und anderen Gedanken. Dieser Teil ist Gedanke, pur und unverfälscht, relativ ungetrübte Essenz des Bewusstseins. Dieser Teil ist mein Anker, ist zugleich die Tiefe in mir. Ich werde diesem Teil Raum geben, so wie ich dem oberflächlichen Teil in mir Raum geben muss, um überhaupt tatsächlich leben zu können, um überhaupt unter Menschen sein zu können. Wenn ich alltäglich bin, schreibe ich über alltägliches. Und wenn ich tief bin, schreibe ich über Tiefes. Wenn ich einsam bin, schreibe ich. Und ich schreibe, wenn ich mich im Strudel der Massen, der Eindrücke, der Pflichten, der Aufgaben, ... verliere. Von Zeit zu Zeit werde ich auch aktuelle oder ältere Prosa oder Lyrik reinstellen, weil auch sie spiegelt, was ich war. Aber mit den Texten ist es wie mit den Menschen: Sie sterben auch. És ist, als würde ich Leichen hier rein stellen, oder aber: einbalsamierte Schönheiten. Kunstwerke. Wer weiß. Vielleicht ist das eine das andere. Ich habe immer wieder auch Menschen im Stich gelassen. Sowohl im richtigen Leben, als auch hier. Ich sagte manchmal, dass es Angst sei vor Nähe und manchmal kapierte ich auch einfach nicht, wie wichtig die Nähe zu Menschen ist. Dann aber war es vor allem auch Egoismus, Blindheit dafür, dass auch andere Menschen fühlen wie ich, dass jeder Mensch Ängste hat und dass man sich gegenseitig helfen muss, dass man füreinander da sein sollte, dass genau dann ein Wunder entstehen kann, wenn man ans Wunder glaubt und dann geschieht es jetzt und hier und nicht an einem fernen Ort, zu einer fernen Zeit und das ist dann, denke ich, das Leben; gelebtes. Ich habe vieles gesagt und mich nicht daran gehalten. Ich habe Werte erfunden und sie selbst mit Füßen getreten. Ich war verwirrt und verletzt. Doch ist das Entschuldigung genug?
20.4.10 13:52
 


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